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Wichtig ist, dass Sie frühzeitig Entlastungsangebote in Anspruch nehmen; achten Sie auf Ihr Wohlergehen! Lassen Sie sich beispielsweise von einem Pflegedienst unterstützen, schaffen Sie sich stundenweise Freiräume durch Betreuungsdienste. Auch eine Tagespflegeeinrichtung bietet erhebliche Entlastung. Darüber hinaus gibt es vielerorts Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz, fragen Sie die örtlichen Pflegeberatungsstellen/Pflegestützpunkte.
Nehmen Sie Unterstützungsmöglichkeiten wahr! Lassen sie sich beraten! Die Pflegeberatungsstellen/Pflegestützpunkte vor Ort, die Pflegedienste und jeweiligen Pflegekassen sind Ansprechpartner in Sachen: Pflegegeld, Pflegesachleistung, Kombinationsleistung, Altenpflegekurs, Altenpflegehilfsmittel(z. B. Pflegebett), Leistungen für Pflegebedürftige mit besonderem Betreuungsbedarf(100 € bzw. 200€ monatlich), Technische Hilfsmittel( z. B. Badewannenlifter, Rollator, Rollstuhl), Wohnungsanpassung, Hauswirtschaftliche Hilfen, Mahlzeitendienst, Hausnotrufgerät, Tagespflege, Nachtpflege, Verhinderungs- oder Ersatzpflege, Kurzzeitpflege. Über zwei Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Den Tribut zahlen sie auch körperlich: So leiden sechs von zehn Pflegenden laut der TK- Studie unter Rückenschmerzen, jeder Fünfte unter Herz- Kreislauf- Beschwerden. Wer sich gestresst und überlastet fühlt, ist unausgeglichen, unzufrieden und reagiert schnell aggressiv, sagt die Pflegeexpertin. Fast die Hälfte von ihnen wird ausschließlich von den eigenen Angehörigen zu Hause versorgt. Wie sehr dies die Laienpfleger belastet, zeigt eine aktuelle Forsa- Umfrage in Auftrag der Techniker Krankenkasse(TK). Dort gab fast jeder zweite Altenpflegende Angehörige an, dass ihn die Aufgabe an den Rand eines Burnouts bringt. Sie bestimmt oft ihr ganzes Leben und ist unter den Pflegenden Stressfaktor Nummer eins. Um ihnen so lange wie möglich das Zuhause zu erhalten, betreuen Eltern ihre schwerkranken Kinder, pflegen Kinder ihre Eltern und Eheleute ihre Partner- manchmal rund um die Uhr, ohne Feiertag oder Urlaub. Die Altenpflege ist eine anstrengende arbeit, bei der viele Angehörigen ihre Grenzen geraten, sich selbst überfordern und ihre Gesundheit vernachlässigen, sagt TK- Pflegeexpertin Marina Mücke. Haushaltshilfe aus Polen Das bestätigt auch die TK- Studie: Jeder dritte Altenpflegende gab darin an, sich ständig nervös und gereizt zu fühlen. Für eine gewisse Zeit können sie das vielleicht noch unterdrücken.Ein Viertel der Altenpflegenden schläft schlecht, und vielen drückt die Last auch auf den Magen: Fast jeder Fünfte gab dies an. Wer einen Angehörigen pflegt, sollte von vornherein darauf achten, sich nicht zu übernehmen- ohne Pausen ist die Mammut- Aufgabe kaum zu bewältigen. Deshalb es ist wichtig, sich immer wieder Freiräume zu schaffen, um sich zu erholen und neue Kraft zu schöpfen, rät Mücke. Betreuung aus Polen Häufig reiche schon ein regelmäßiger freier Nachmittag oder Abend. Können keine Verwandten, Freunde oder Nachbarn einspringen, verhilft ein ambulanter Pflegedienst zur Pause vom Alltag. Was viele nicht wissen: auch eine Pflegender darf sich eine Auszeit nehmen- zum Beispiel für einen Urlaub, Sportkurs oder den sonntäglichen Kaffeeklatsch mit Freundinnen. Dafür kann die Ersatzpflege in Anspruch genommen werden, so die Altenpflegeexpertin. Diese ist für bis zu 28 Tagen im Jahr möglich, und die Pflegeversicherung übernimmt dafür bis zu 1510 Euro. Darüber hinaus ist bei der Pflegeversicherung ausdrücklich vorgesehen, das Pflegegeld für Angehörige mit der Hilfe eines Pflegedienstes zu kombinieren.Alternativ ist eine Tages- oder Nachtpflege möglich- etwa wenn die Angehörigen arbeiten müssen oder die Altenpflege über Nacht in professionelle Hände legen möchten. Viele Angehörigen sehen es als persönliche Schwäche, wenn sie professionelle Haushaltshilfe aus Polen brauchen. Doch das ist ein Fehler, sagt Mücke. Ein häufiges Problem sei, dass die Pflegenden sich zwar einen Ausflug oder Kurzurlaub vornehmen, ihn aber immer weiter vor sich herschieben. Altenpflege aus Polen Mücke empfiehlt pflegenden Angehörigen, regelmäßige Auszeiten fest einzuplanen. Sie sind nicht nur für den Pflegenden wichtig- indirekt helfen sie auch dem betreuten Angehörigen. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem sie einfach nicht mehr können, so Mücke. Damit es erst gar nicht so weit kommt, sei es wichtig, sich rechtzeitig Haushaltshilfe aus Polen zu holen. Auch der Austausch in Selbsthilfegruppen hilft vielen pflegenden Angehörigen. |